Schule ist nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung sondern auch ein Ort, wo Kinder und Jugendlichen mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen, Erwartungen, Wünschen und Sorgen aufeinander treffen. So kann es schnell zu Konfliktsituationen kommen. Konflikte und Streit unter Schülern gab es schon immer - dies ist nichts Neues. Besorgniserregend ist jedoch die Gewaltbereitschaft, die gerade in den letzten Jahren an Schulen deutlich zugenommen hat. Die Palette der Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Schülern und Schülergruppen reicht vom den anderen einfach nur ärgern wollen, über wüste Beschimpfungen und Drohungen bis hin zur Erpressung, Sachbeschädigung und körperlicher Gewalt. Steigende Frustration sowie Lernunfähigkeit und mangelnde Leistungsbereitschaft einzelner Schüler gehen mit dieser Gewaltbereitschaft einher. Sie haben nicht nur einen schlechten Einfluss auf die Klassengemeinschaft, sondern erschweren auch die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer zusehends. Konflikte in der Schule im Vorfeld zu entschärfen, so dass Gewalt erst gar nicht auftreten kann, ist das Ziel der Soltauer Wilhelm-Busch-Grundschule schon seit vielen Jahren. Die Konfliktlotsenausbildung ist eine „präventive Arbeit und eine Alternative für Kinder und Jugendliche, um Gewalt an Schulen entgegen zu wirken und zu verhindern. Die der Konfliktlotsenbausbildung zugrunde liegende Methode der Mediation ermöglicht Kindern und Jugendlichen, einen konstruktiven Umgang mit Konflikten zu erlernen. Mediation ist ein Verfahren der gewaltfreien Konfliktbearbeitung. 12 Mädchen und Jungen der Soltauer Wilhelm-Busch-Schule haben ihre Ausbildung zu Konfliktlosen abgeschlossen. Am Dienstag erhielten sie in der Wilhelm-Busch-Schule ihre Urkunden. Ein halbes Jahr lang hatten sich die Mädchen und Jungen der 3. Klasse in 16 Doppelstunden sowie in einem zweitägigen Intensivtraining, auf dem Jugendhof Idingen, von Heidi Rathgens, Claudia Tegmeier und Andrea Zahnke zu Konfliktlosen ausbilden lassen. Während ihrer Ausbildung haben unsere Konfliktlotsen gelernt, bei Konflikten ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zu helfen. Egal, ob es im Schulalltag um Rempeleien, Vordrängeln, Petzen, Auslachen, Ausgrenzen oder um Beschädigen von Sachen geht, immer können die Streithähne sich an die Konfliktlotsen wenden. Deren Ziel ist es, die Kontrahenten im Dialog zu einer einvernehmlichen, fairen Lösung zu bringen, für die beide selbst verantwortlich sind und die keinen Verlierer zurücklässt. Die Konfliktlotsen moderieren die Streitgespräche, legen aber nicht ihre Inhalte fest. Worüber gesprochen wird und wie die Lösung aussieht, entscheiden allein die Streitenden. Denn nur wenn die Lösungsvorschläge von den Streitenden als Ideen eingebracht werden, kann man von einer Einhaltung ausgehen. Der Kontrolle der vereinbarten Lösungsvorschläge kommt dabei eine große Bedeutung zu. Ein gemeinsamer Vertrag dient als Grundlage. Während ihrer Ausbildung lernen die Kinder sich selbst und ihren Umgang mit Konflikten besser kennen. Sie werden sich ihrer eigenen Stärken und Fähigkeiten bewusst und erfahren, wie sehr Gefühle die Wahrnehmung beeinflussen. Einen breiten Raum nehmen während der Ausbildung die Grundtechniken der Kommunikation ein. In vielen Rollenspielen lernen die SchülerInnen ZUHÖREN, VERSTEHEN und VERMITTELN. Eine wesentliche Aufgabe der Konfliktlotsen wird es sein, innerhalb der Schülerschaft als Streitschlichter zu wirken, um somit das Schul- und Lernklima deutlich zu verbessern. Wenn den Kindern diese Kompetenz zugetraut wird, haben sie auch die Möglichkeit, Verantwortung für sich, andere und die Schule zu übernehmen. Die Konfliktlotsen werden auch nach ihrer Ausbildung von ihren Trainerinnen begleitet. Einmal wöchentlich treffen sie sich mit ihnen, um Erfahrungen auszutauschen, Probleme, die während der Woche aufgetaucht sind, mit ihnen zu besprechen und nach Bedarf an Fallbeispielen weiter zu üben. Neue Konfliktlosen im Schuljahr 2008/09 sind : Shaphari Tödter , Anja Nienaber , Michelle Marks , Amy May , Karla Weigelt , Ines Hüttmann , Marie Lebek , Finn Wesseloh , Niklas Marquadt , Timo Meschkat , Jakob Röders , Lennart Wenke

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